Klettern kann jeder von uns – der eine mag es anstrengender und verlangt sich gerne alles ab, der andere möchte sich nur gemeinsam mit Freunden bewegen, ohne dass er heimlich vom WM-Titel träumt. Wir haben uns auch rangetraut und haben mal eine für uns ganz neue Art des Klettern, das Bouldern, ausprobiert.

Was ist bouldern?

“Klettern”, “Freeclimbing”, “Sportklettern” oder “Climbing” – wie auch immer man es nennen mag – es hat sich seit längerem immer mehr zu einer etablierten Breitensportart entwickelt. Kein Wunder, denn beim Klettern zählen keine Äußerlichkeiten, keine Unterschiedlichkeiten, im Vordergrund steht nur der gemeinsame Spaß an der Bewegung. Faszinierend ist das Miteinander, das Austüfteln von diversen Schwierigkeiten, das Überwinden von Grenzen und vieles mehr.

Viele neu eröffnete Boulderhallen beweisen, dass ein Seil nicht nötig ist, um zu Klettern. Bouldern (englisch „boulder“ = Felsblock) ist eine Form des Kletterns, bei der ohne Gurt und Seil in Absprunghöhe geklettert wird.  Dabei lässt sich ganz einfach das Klettern lernen, verbessern und vor allem richtig trainieren.

Unser Team traut sich

Ab in die Boulderhalle!
Bei meinem ersten Versuch zu bouldern

Bouldern ist also nicht nur im Trend, sondern ist auch noch ein super Training. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als unser Team sich vor ein paar Wochen an dem neuen Klettersport versucht hat. Zuerst waren wir alle etwas zögerlich, denn in der Kletterhalle angekommen, hingen zahlreiche erfahrene Kletterer in athletischer Körperhaltung an der Wand und schafften es mit nur wenigen Kletterzügen an die ”Spitze”.

“Das ist doch viel zu schwer”, “das schaffe ich niemals” und “ohje, so viel Kraft in den Armen habe ich doch gar nicht” – das waren nur ein paar der Gedanken, die uns da prompt in den Kopf schossen.  Aber unsere Profis im Team nahmen uns die Ängste und gaben uns ein paar hilfreiche Tipps. Schnell hatten wir Spaß an dem neuen Klettersport gefunden.

Mit ein Paar Kletterschuhen (die auch vor Ort ausgeliehen werden können) konnte es schon losgehen! Da nicht erst der Umgang mit Seil und Sicherungstechniken erlernt werden muss, können auch Anfänger direkt einsteigen. Anspruchsvolle spannende Boulder gibt es für jeden, unabhängig von Alter und Erfahrungsgrad. Der klassische Boulder besteht meist aus nur 4 bis 8 Kletterzügen, die den Boulderer an seine Leistungsgrenze bringen sollen. Man ist zwar nicht gesichert aber falls man dann doch mal fällt, landet man immer auf einer weichen Matte. Es war also gar nicht schlimm, dass wir es bei unseren ersten Versuchen nicht bis ganz nach oben geschafft haben. Im Gegenteil – der Spaßfaktor wurde immer größer. Wir waren alle schnell fasziniert, wollten weitere Bewegungsrätsel lösen und Herausforderungen bestehen.

Auch meine Kollegen hatten Spaß :-)
Auch meine Kollegen hatten Spaß :-)

Tipps für Anfänger

Aufwärmen!

Klingt langweilig, bringt aber enorm viel. Denn Aufwärmen verbessert die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates. So kann man Verletzungen vorbeugen und bessere Leistungen erzielen. Am besten zuerst den gesamten Kreislauf in Schwung bringen, z. B. mit Seilspringen, Laufen oder ähnlich pulssteigernden Aktivitäten.

Erst denken, dann bouldern!

Sich eine Route oder einen Boulder vor dem Losklettern anzusehen, eventuell versteckte Griffe und Tritte zu finden, und sich dann zu überlegen, wie man die Bewegungen ungefähr ausüben möchte, hilft dir vor allem als Anfänger erste Erfolge zu erzielen. Natürlich geht so ein “Plan” nicht immer auf, aber als Sportler wissen wir ja wie man improvisiert ;-)

Andere beobachten!

Es ist ganz natürlich, anderen Kletterern zuzusehen. Das Abgucken von Bewegungen und Ideen ist sogar sehr sinnvoll, denn unser Gehirn verwertet mit Hilfe des sog. Spiegelns die Bewegungsmuster anderer Personen. Wer also schnell ein paar Tricks erhaschen möchte, sollte erfahrenen Boulderern aufmerksam zusehen.

Keine Angst vor Experimenten!

Klar am Anfang traut man sich höchstens mal eine Schwierigkeitsstufe weiter zu gehen. Doch wer wagt, gewinnt ja bekanntlich auch. Bouldern ist ein Spiel mit der Bewegung. Jeder kennt seine eigenen Stärken und Schwächen am besten, daher kann man man sich ruhig mal trauen eine “eigene” Lösung für ein Boulderproblem zu finden. Das schult nicht nur unser Bewegungsgefühl sondern verbessert langfristig auch unsere Kletterfähigkeiten.

“Das machen wir bald nochmal!”

Unsere anfänglichen Bedenken legten sich natürlich schnell. Wir hatten super viel Spaß und waren nach einer Stunde Bouldern wirklich durchgeschwitzt – waren uns aber alle schnell einig, dass das nicht unser letzter Besuch in der Boulderhalle war. Am nächsten Tag hatten einige von uns auch schwere Arme und Beine – doch diesen Nebeneffekt nehmen wir gerne in Kauf.

Mein persönliches Fazit: Bouldern ist nicht nur ein reiner Beweglichkeitssport, sondern auch unglaublich effektiv und macht enorm viel Spaß. Zu Weihnachten landen auf meinem Wunschzettel vielleicht ein paar Kletterschuhe. ;-)

Wenn ihr dieses Jahr auch Kletterschuhe verschenken wollt, seid ihr hier richtig!

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