Genervt vom Tag öffne ich die Haustür. Der Frühstücksteller von heute morgen steht immer noch auf dem Tisch, die Kaffeetasse nicht leer getrunken daneben. Schon wieder nicht genug Zeit gehabt heute morgen. Es war aber auch einfach nicht mein Tag… denke ich mir. Auf dem Weg zum Auto habe ich meinen Schal in eine Pfütze fallen lassen und musste gefühlt 10 km weit weg von der Arbeit parken. Überhaupt kein Problem. Es hat ja nur geregnet und meinen Regenschirm hatte ich mal wieder verloren. Ich räume die Küche schnell auf und schaue durch das Wohnzimmer. Meine Yogamatte liegt einsam in der Ecke. Ich habe halt gerade keine Zeit. Meine Chefin wartet noch auf meinen Bericht, das Bad müsste mal wieder geputzt werden und meiner Schwester muss ich auch noch antworten… Ich hole meinen Laptop aus meiner Tasche. Mein Blick schweift schon wieder zur Yogamatte. Es ist echt schon lange her und meine Rückenschmerzen werden auch von Tag zu Tag schlimmer… Ich klappe den Laptop auf und direkt wieder zu. Ich ziehe mich um, rolle die Matte aus, hole meine Yogablöcke raus und fange mit meiner Session an.

Ich atme ein. Was für ein Tag. Diskussionen im Meeting, Krankheitsausfälle, Stress…

Mein Tag, meine Yogamatte und ich
Nicole macht die Kobra-Übung

Ich atme aus. Und dann mal wieder Stau. Eine Stunde auf der A40! Jedes Mal das gleiche… Ups!, fast wäre ich umgefallen. Balance halten, Balance…

Ich atme ein. Der Bericht… wann soll ich den nur zu Ende schreiben? Ich habe einfach keinen Kopf dafür. Das nervt mich. Sollte 10 Minuten dauern und ich kriege es einfach nicht hin. Ich atme aus. Morgen früh. Morgen früh ist es das Erste was ich mache. Wenn die Ware verräumt ist und wenn der Internetgott nicht wieder unseren Server ausfallen lässt. Schon wieder gewackelt. Ich bin unkonzentriert. Ich schaue auf meine Matte und lese Inhale flexibility exhale stress, inhale strength exhale weakness. Ich atme ein. Morgen ist die Besetzung gut, dann habe ich genug Zeit meine Aufgaben abzuarbeiten.

Mein Tag, meine Yogamatte und ich
Konzentration und Disziplin sind beim Yoga besonders wichtig

Ich atme aus. Und abends gehen wir als Team wieder in die Stadt. Gut, dass ich übermorgen erst um 12 Uhr anfange.

Ich atme ein. Ich konzentriere mich immer mehr auf meine Atmung, auf die Ausführung der Übungen, auf meinen Körper, auf mich. Ich fühle wie sich mit jeder Bewegung meine Anspannung ein wenig lockert. Ich führe jede Bewegung bewusst aus, ich halte die Balance, ich stärke meine Muskeln und dehne meine Sehnen. Achtsam mache ich meine Übungen, lasse alle Gedanken los und verliere mich in meiner Yoga Einheit. Mit jeder Ein- und Ausatmung mache ich eine neue Bewegung, strecke meine Beine, öffne meinen Brustkorb. Mein Körper bekommt wieder Energie, mein Geist erholt sich. Ich denke an nichts und lasse los…

Mein Tag, meine Yogamatte und ich
Nicole beim Yoga um den Alltagsstress abzubauen

Ich atme aus. Savasana – die Todesstellung. Mit geschlossenen Augen liege ich auf dem Rücken, Arme und Beine von mir gestreckt. Ich atme ein. Ich entspanne meine Muskeln. Bei jedem Atemzug lockern sich meine Gliedmaßen ein wenig mehr. Ich bleibe liegen bis mein Körper vollständig zur Ruhe kommt. Bis ich endgültig zur Ruhe komme. Langsam und kontrolliert strecke ich meine Arme und Beine und setze mich wieder auf.

Mein Tag, meine Yogamatte und ich
Nicole im Lotussitz

Ich atme ein. Lange, tief, bewusst. Ich atme aus. Lange, tief, bewusst…
… und lächle.

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