Gutes Reiten verlangt gut gymnastizierte und mental ausgeglichene Pferde und Reiter. Es gibt immer mehr Ansätze wie Yoga, Sitzübungen ohne Pferd, Spannkrafttraining und einiges mehr um dem Reiter viel Beweglichkeit und Balance verleihen zu können. Es ist wichtig, um das Reiten zu ergänzen und das Feingefühl und die Balance zu schulen. Somit könnt ihr langfristig euren Sitz verbessern und die Hilfengebung erleichtern. Aufgrund der aktuellen Situation ist es vielen Reitern leider nicht gestattet ihrem Reitunterricht nachzugehen. Damit ihr euch auch neben dem Sattel und ohne Unterricht fit halten könnt, wollen wir euch ein paar Anregungen für das Sitztraining vom Boden aus geben. 

Beim Reiten funktioniert der Dialog immer über den Rücken des Pferdes und das Becken des Reiters. Wir brauchen Beweglichkeit in der Hüfte für einen geschmeidigen Sitz und unsere Verbindung mit dem Pferd. Eine lockere Hüfte ermöglicht es dem Reiter geschmeidig den Bewegungen des Pferdes zu folgen. Wenn wir selbst Blockaden haben, dann stören diese ganz klar die Verbindung zu unserem Pferd und wir können nicht korrekt sitzen. Daher gilt es diese Blockaden zu lösen bzw. dauerhaft auch ohne Pferd zu trainieren, um einen korrekten Sitz auf dem Pferd zu garantieren.

Sitztraining: Das bedeutet ein korrekter Sitz

Der korrekte Sitz ist Voraussetzung, dass der Reiter optimal auf sein Pferd einwirken kann und feine Hilfen geben kann. Was bedeutet überhaupt ein korrekter Sitz? Die Basis ist der klassische Dressursitz. Der Reiter sitzt aufrecht im Sattel – Schulter, Hüfte und Ferse sollten in einer Linie sein, das Becken sollte beweglich sein und mit der Bewegung des Pferdes mitschwingen können. Das Gewicht ist auf beiden Gesäßhälften verteilt und die Knie liegen am Sattel an. Wenn der Hüftbeugemuskel nicht locker ist bzw. zu macht, dann zieht es den Reiter oft in den Stuhlsitz oder ins Hohlkreuz. Dem könnt ihr aber entgegenwirken und eure Muskeln an den Oberschenkeln/Hüfte gut dehnen.

Übungen für eine gute Balance und Beweglichkeit

Wer kennt nicht diesen Moment, wenn der Reitlehrer sagt „und jetzt bitte aussitzen“. Die Angst steht vielen Reitern direkt ins Gesicht geschrieben. Sie verkrampfen sich und schaffen es nicht, der Bewegung des Pferdes zu folgen. Ein krampfhafter Versuch, still zu sitzen, beginnt und oft wird dem Pferd in den Rücken gefallen. Die Reiter werden dabei häufig von einem schlechten Gewissen geplagt und denken, dass sie es nie schaffen werden. Es gibt aber einige Übungen, die euch vom Boden aus behilflich sein können. Für euer Sitztraining möchten wir euch im Folgenden mehrere Übungen vorstellen. Sie helfen euch eine bessere Balance und eine bessere Dehnung auf Dauer zu erreichen.

Sitztraining im Lockdown: So haltet ihr euch auch vom Boden aus fit

Wir nutzen die Übungen aus unserer 7- Tage-Challenge und veranschaulichen sie euch in einem Video. Alle Videos und Beschreibungen zu den Übungen findet ihr hier. Bitte beachtet: Keine der Übungen sollte wehtun. Es soll leicht ziehen/dehnen, aber nicht mehr. Jeder macht die Übungen so weit er kann. Erst mit der Zeit kommt der richtige Effekt. Ihr solltet die Übungen 2 bis 3 Mal pro Woche wiederholen.

#1 Trainiert eure Balance

Wieso ist die Balance so wichtig? Pferd und Reiter müssen beide ausbalanciert sein, damit das Pferd vernünftig laufen kann. Die Balance des Reiters ist wichtig für einen ruhigen und korrekten Sitz. Nur dann kann eine korrekte Hilfengebung stattfinden und Pferd und Reiter verschmelzen zu einer ausbalancierten Einheit. Seht euch das Video an und probiert die folgenden Übungen für euer Sitztraining direkt aus:

  1. Standwaage 10 - 20 Wiederholungen (3 Sätze)
  2. Unterarmstütz (30 Sekunden oder mehr)
  3. Dynamische Balance Übung

#2 Nichts geht über's Dehnen

Die Beweglichkeit ist beim Reiten enorm wichtig, weshalb ihr Blockaden stets lösen solltet, um eine reibungslose Beweglichkeit zu garantieren. Die Hüfte und das Becken sollten in der Lage sein locker den Bewegungen des Pferdes zu folgen. Sollte z. B. euer Hüftbeuger zu sein, ist es unmöglich locker mit dem Pferd mitzuschwingen. 

Für ein optimales Sitztraining empfehlen wir euch das Dehnen eures Beckens und eurer Hüfte mittels folgender drei Übungen:

  1. seitliches Dehnen
  2. Dehnen mit Rotation
  3. Hüftbeuger öffnen

#3 Bodenarbeit

Ebenso könnt ihr auch ohne Pferd, ohne Sattel oder Unterricht trainieren. Es muss nicht immer nur physisch gearbeitet werden, sondern kann auch mal „nur“ mental passieren wie bei der Bodenarbeit. Im nächsten Beitrag erzählen wir euch mehr zur Bodenarbeit und zeigen euch Übungen, die ihr für euer Training durchführen könnt.

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